Ahlbeck gehört neben Heringsdorf und Bansin zu den sogenannten Kaiserbädern auf der Insel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern. Ahlbeck liegt direkt an der Grenze zu Świnoujście (Swinemünde) in Polen.
Der Name "Ahlbeck" ist auf den Fluß zurückzuführen, der einst den Gothensee mit der Ostsee verband. Wahrscheinlich war dieser sehr fischreich, so dass sich auch heute noch ein Aal im Wappen von Ahlbeck befindet.
Erster Siedler kamen Ende des 17. Jahrhunderts in das Gebiet des heutigen Seebades. Der preußische König Friedrich II. sorgte dafür, dass sich Mitte des 18. Jahrhunderts weitere Kolonisten ansiedelten.
1852 kamen die ersten Urlauber in die Region, zunächst Tagesausflügler aus Swinemünde. Bald erkannten die Fischer jedoch die Möglichkeit, Gästen eine Unterkunft zu gewähren, Start zur "Ferienhausvermietung" ;-)
Das erste Hotel eröffnete 1875 und nachdem es eine Zugverbindung aus der Hauptstadt Berlin gab, entwickelte sich Ahlbeck, genauso wie die benachbarten Orte Heringsdorf und Bansin zur Bäderhochburg.
1908 erhielt die inzwischen gewachsene Gemeinde die Bezeichnung Seebad Ahlbeck.
Die historische Seebrücke Ahlbeck wurde 1899 mit einer Länge von 170 Metern errichtet. Bei der Erneuerung 1994 wurde diese gleich ein Stück verlängert und ragt nunmehr 280 m ins Meer. Es wurde bei der Restaurierung die historische Bausubstand weitestgehend bewahrt. Am Beginn der Seebrücke findet man ein Restaurant, das schon Ende des 19. Jahrhunderts dort entstanden ist.
Auf dem Platz vor der Seebrücke findet man das Wahrzeichen Ahlbecks: eine fünfeinhalb Meter hohe Jugendstiluhr mit verspielter Girlanden-Ornamentik und einer Kogge als Wetterfahne an der Spitze.

Der Strand von Ahlbeck wird nicht nur zur Badesaison frequentiert. Eisbaden hat seit 1995 im Bereich der Seebrücke für Hartgesottene Tradition. Am Valentinstag wird es Jahr für Jahr zu einem Event mit über 200 aktiven Schwimmern und über 1000 Zuschauern.
Ahlbeck besitzt insbesondere entlang der parallel zur Strandpromenade verlaufenden Dünenstraße sehenswerte Bauten im Stil der klassizistischen „Bäderarchitektur“, vielfach typisch mit großen Rechteckfenstern, vorspringenden Mittelrisaliten, Dreiecks- oder Segmentgiebeln, Türmchen. Seit 1991 wurde der Ortskern und seine Bäderarchitektur mit Hilfe der Städtebauförderung umfassend saniert.
Das Hotel Ahlbecker Hof hatte im Laufe seiner wechselvollen Geschichte eine Reihe prominenter Gäste. Zu ihnen zählten 1905 der österreichische Kaiser Franz Joseph I., 1925 Louise Ebert und der frühere Reichskanzler Gustav Bauer, 1939 Theo Lingen und im Oktober 2006 Schwedens Königin Silvia.
Wellness in Ahlbeck wird immer beliebter. Ein oft besuchtes Ziel für Touristen ist das Schwimmbad „Ostseetherme“. Neben der Ostseetherme steht seit 1996 ein Aussichtsturm mit drei Plattformen in Stahlbauweise, die wahlweise entweder über eine Treppe oder über einen Aufzug erreicht werden können. Dieser Turm trägt auf einer vierten kleinen Plattform zwischen der obersten Plattform und der Turmspitze auch einige Antennen für Mobilfunk.
Zwei Kilometer östlich von Ahlbeck verläuft seit 1945 die Staatsgrenze zu Polen. Vor 1990 noch durch einen dreifachen Zaun mit Wachtturm hermetisch abgeriegelt, führte nach der Wende bis zum 20. Dezember 2007, dem Tag, als auch Polen dem Schengener Abkommen beitrat, ein Fußgängern vorbehaltener Grenzübergang vom meist überfüllten PKW-Parkplatz durch den sich ca. einen halben Kilometer hinter der Grenze erstreckenden „Basar“, nach Swinemünde (Świnoujście), dem ältesten Seebad der Insel. Heute ist der Grenzübertritt an jeder Stelle und mit dem Pkw (bis zu 3,5 t) über den Grenzübergang am östlichen Ende der ehemaligen Bundesstraße 111 möglich.
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